Die Lautmaschine

Text: Zeha Schröder (nach Motiven von Roald Dahl) - Mit: Stefan Nászay und Zeha Schröder - Ort: Botanischer Garten der WWU (Schlossgarten 3, Münster) - Dauer: ca. 65 Minuten - - Premiere: 29.04.2020
Immer wieder kommt es vor, dass Zuschauer uns nach längst abgespielten Inszenierungen fragen. Ob nicht ihr Lieblingsstück noch mal wiederkommt? Oder diese Produktion, die sie unbedingt sehen wollten und dann doch verpasst haben?

Seit 2018 geben wir dem beharrlichen Drängen nach - und nehmen einmal im Jahr ein Stück wieder in den Spielplan auf, das Ihnen (oder uns) besonders ans Herz gewachsen ist. Diesmal widmen wir uns der legendären "Lautmaschine" von 2004. Aber was wir Ihnen ab April 2020 zeigen, ist alles andere als ein simpler Abklatsch der damaligen Inszenierung. Denn nichts ist, wie es war: der damalige Protagonist geht schon lange andere künstlerische Wege, die Kostüme sind den Motten zum Opfer gefallen, und unser ursprünglicher Spielort - die majestätische Kornelkirsche im Forschungsbereich des Botanischen Gartens - ist schon vor Jahren einem Unwetter zum Opfer gefallen...

Also, zurück auf Anfang. Mit einer rundum erneuerten Textfassung nähern wir uns der skurrilen Geschichte von Roald Dahl, die dem Abend zugrunde liegt, und würzen sie mit Ausflügen von der Mythologie der Bäume bis hin zu modernen chemotherapeutischen Forschungen. Denn unser neuer "pflanzlicher Hauptdarsteller" ist kein bisschen weniger imposant als der damalige: eine jahrhundertealte Eibe, ein geschichtsträchtiger Baum mit faszinierenden Gift- und Heileigenschaften, der einen verschrobenen Erfinder (Zeha Schröder) in seinen Bann gezogen hat. So sehr, dass ein befreundeter Arzt (Stefan Nászay) sich veranlasst sieht, lieber einmal nach dem Rechten zu sehen.

Allerdings ist dem rationalen Mediziner bald nicht mehr klar, wer hier eigentlich der Patient ist: der leicht verwirrte Tüftler und Forscher? Der liebe Doktor selbst? Oder gar der Baum, der plötzlich ein beunruhigendes Eigenleben zu entwickeln scheint?

Eine Tragikomödie mit verblüffenden Wendungen, viel schwarzem Humor und einem ernsten philosophischen Kern. Nach fünfzehnjähriger Pause endlich wieder im Programm.